Gedenktafel für Werner Seelenbinder am Glockenturm/Festwiese an der Red Bull Arena Leipzig

Anlässlich des 75. Todestages von Werner Seelenbinder wurde am 7.12.2019 eine historische Gedenktafel in unmittelbarer Nähe des Glockenturmes an der Red Bull Arena Leipzig enthüllt. Die Einweihung nahmen gemeinsam Christopher Zenker, Stadtrat und Vorsitzender des Fachausschusses Sport, Dr. Anselm Hartinger, Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig und Ulrich Wolter, Director Operation RB Leipzig vor.
Der etwa 40 m hohe Glockenturm des 1956 eingeweihten „Stadion der Hunderttausend“ in Leipzig erhielt im Jahr 1959 anlässlich des 15. Todestages von Seelenbinder seinen Namen. Die zeitliche Entstehung der Tafel ist nicht bekannt, vermutlich entstand sie im Zusammenhang mit der Benennung des Turmes. Im Auftrag des Kulturamtes der Stadt Leipzig übernahm nun die Leipziger Firma Forßbohm & Söhne die Aufarbeitung und Wiederanbringung der Tafel.

Werner Seelenbinder war ein erfolgreicher deutscher Ringer im griechisch-römischen Stil. Im Jahr 1928 nahm er an der Weltspartakiade des Arbeitersports in Moskau teil und erkämpfte den einzigen Sieg für Deutschland. Danach schloss er sich der KPD an. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten und der Zerschlagung der Arbeitersportvereine nutzt er internationale Wettkämpfe für antifaschistische Widerstandsarbeit.
1933 gewann er den ersten von insgesamt sechs Titeln als Deutscher Meister im Ringen des Halbschwergewichts. Bei der Siegerehrung verweigerte er den Hitlergruß. 1935 wurde er auf Grund seiner außerordentlichen Ringerleistungen Mitglied der deutschen Nationalmannschaft. Bei den Olympischen Spielen 1936 wurde Seelenbinder Vierter, bei den Europameisterschaften 1937 und 1938 errang er die Bronzemedaille. Wegen seiner Mitarbeit in einer illegalen Widerstandsgruppe wurde er im Jahr 1942 festgenommen und am 5. September 1944 vom Volksgerichtshof in Potsdam zum Tode verurteilt. Am 24. Oktober 1944 wurde Seelenbinder im Zuchthaus Brandenburg-Görden hingerichtet.
Werner Seelenbinder ist der einzige deutsche Spitzensportler, der aktiv gegen das Hitlerregime kämpfte. 2008 wurde er in die Hall of Fame des deutschen Sports aufgenommen.

Für den Förderverein nahmen Peter Kaminski, 1. Vorsitzender, Mirko Zebisch, zugleich Präsident des Kampfsport- und Fitness-Club Leipzig e. V., sowie Dr. Ingeburg Zeidler an der Veranstaltung teil.

Fotos: Stadt Leipzig/Kulturamt, Ansgar Scholz (2, 6); P. Kaminski (3, 4); I. Zeidler (1, 5)